Samstag, 4. Juli 2015


 
 
 
Kuusamo
1698 hat  der König von Schweden - Finnland, Karl der XI der Gemeinde eine kostbare Glocke, die sog. "Königsglocke",  die 525 Kilo wog und reichlich Silber enthielt, gestiftet. Es wird erzählt, dass ein hiesiger Medizinmann den König von einer Krankheit  geheilt haben soll, für die die Ärzte in Stockholm kein Heilmittel gefunden hatten. Die Gemeinde kaufte eine zweite Glocke dazu.
In Kuusamo wurde etwa um 1800 wurde der Bau eine schöneren Kreuzkirche aus Holz begonnen, die 1804 feierlich eingeweiht wurde.
Es hatten 1200 Besucher platz und die Kirche diente der Kirchengemeinde Kuusamo trotz etlicher Renovierungen im Verlauf der Jahre bis zum 23. September 1944.

1944 trat der Interimsfrieden zwischen  Finnland und Russland in Kraft, der  auch mit einschloss, dass die in Finnland stationierten deutschen von finnischem Territorium vertrieben werden sollten. Das geschah war der sogenannte Lapplandkrieg von 1944 bis 1945. Aus diesem Anlass wurde damals die Bevölkerung der Gemeinde Kuusamo  evakuiert, da man beim Rückzug der deutschen Soldaten - innerhalb von 2 Wochen musste das geschehen - das Schlimmste befürchten musste.
Am 23. September 1944 verließen dann die letzten deutschen Soldaten Kuusamo und brannten das ganze Kirchdorf, samt aller Gebäuden an den Hauptstrassen total nieder (Prinzip der verbrannten Erde). Auch die Kirche und der Turm blieben nicht verschont.
Einiges Kirchengut konnte zwar noch gerettet werden, aber die Kirchenglocken musste zurück  lassen.
Im Frühjahr 1945, kehrten die Einwohner von Kuusamo zurück.  Mann suchte vergeblich nach den Glocken. Es gab aber leider keine Spur. Man glaubte daher, dass entweder die Deutschen oder die Russen sie als Kriegsbeute mitgenommen hatten.
Der Wiederaufbau wurde im Jahre 1951 begonnen uns so stand an derselben Stelle eine neue Kirche.
Jetzt wurde mit der Suche nach der Glocke begonnen. 1959 besuchten einige ehemalige deutsche Soldaten, unter ihnen auch ein Oberst  Schreiber, die Region Kuusamo auf. Diese berichteten, dass die beiden Glocken auf dem Friedhof  vergraben seien! Sofort begann man mit sehr intensiven Suchen auf dem Friedhofsgelände. Daran beteiligten sich die Bevölkerung von Kuusamo, die Grenzwache Kuusamo, sogar Soldaten aus Oulu mit Minensuchgeräten. Man fand die Glocken aber nicht.
Dann erinnerte sich jemand, dass es ja auch noch einen deutschen Soldatenfriedhof  zwischen der Kirche und der Schule nebenan, etwa an der Stelle einer heutigen Straße gab, wurde dort gesucht, und wirklich: Beide Glocken wurden gefunden und sofort ausgegraben! Sie waren nicht zur Kriegsbeute geworden!
Es ist also so, dass es deutsche Soldaten und verantwortungsbewusste Offiziere vor dem von ihnen angerichteten Feuersturm doch noch geschafft haben, die Glocken aus dem Turm zu holen, um sie auf ihrem eigenen Heldenfriedhof zu vergraben.
 



 
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen